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DSDS am Ende? Die Castingshow verzeichnet historische Quoten-Tiefs

Autor: Quotenblogger

11 May 2025


DSDS am Ende

Keine einzige Folge über 2 Millionen Zuschauer. Das Finale mit gerade mal 1,83 Millionen. DSDS hat 2025 ein historisches Tief erreicht.

Die einstige RTL-Quotenmaschine, die in ihren besten Jahren über 10 Millionen anzog, ist nur noch ein Schatten ihrer selbst. Die 21. Staffel war die schwächste in der Geschichte des Formats.

Was ist aus Deutschlands größter Castingshow geworden?


Die Zahlen der 21. Staffel

Kennzahl Wert
Höchste Einzelfolge < 2 Mio.
Finale 1,83 Mio.
Marktanteil 14-49 (Finale) 11,6%
Trend Historisches Tief

Zum Vergleich: Das DSDS-Finale 2003 – mit Alexander Klaws als erstem Superstar – erreichte über 12 Millionen Zuschauer. 2025 schalteten weniger als ein Sechstel davon ein.

Der Absturz kam nicht über Nacht, aber 2025 war er unübersehbar.


Der Jury-Wechsel: Von Pietro zu Bushido

Die auffälligste Änderung der Staffel: Pietro Lombardi, selbst DSDS-Gewinner von 2011 und seit Jahren Jury-Mitglied, wurde durch Bushido ersetzt.

Der Rapper sollte neue Impulse bringen, eine härtere Linie, mehr Kontrast. Das Kalkül ging nicht auf.

Bushidos Präsenz polarisierte, aber nicht auf die Quote-fördernde Art. Viele Zuschauer empfanden die Jury-Dynamik als gestört. Die eingespielten Sprüche und Konflikte der vergangenen Jahre fehlten. Stattdessen: eine seltsame Steifheit.

Ob der Jury-Wechsel schuld an den Quoten ist, lässt sich nicht eindeutig sagen. Aber er hat nicht geholfen.


Warum DSDS nicht mehr funktioniert

Das Problem liegt tiefer als bei einzelnen Jury-Mitgliedern. DSDS kämpft gegen Entwicklungen, die das Format nicht kontrollieren kann.


Casting-Müdigkeit

Das Genre ist auserzählt. Nach zwei Jahrzehnten Castingshows – DSDS, The Voice, X Factor, Popstars – kennt das Publikum jeden Trick. Die dramatischen Bögen, die Underdog-Stories, die Tränenausbrüche – alles schon tausendmal gesehen. Das Dschungelcamp dagegen wuchs 2025 um 8 Prozent – Reality ohne Gesangswettbewerb funktioniert offenbar besser.


Streaming-Konkurrenz

Die junge Zielgruppe, die Castingshows einst groß machte, schaut nicht mehr linear fern. TikTok, YouTube, Netflix – die Aufmerksamkeit ist fragmentiert. Wer will samstags um 20:15 Uhr vor dem Fernseher sitzen, wenn er on-demand schauen kann?


Keine echten Stars mehr

DSDS hat in 21 Staffeln wenige echte Karrieren hervorgebracht. Pietro Lombardi, Beatrice Egli, vielleicht noch Alexander Klaws. Der Rest: vergessen. Warum sollte man eine Show schauen, die keine Stars produziert?


Der Vergleich mit der Konkurrenz

Während DSDS abstürzt, halten sich andere Formate stabil.

Format Sender Zuschauer 2025 Trend
GNTM ProSieben 1,55 Mio. Stabil, 22,4% MA (14-49)
The Voice Sat.1 ~2 Mio. Leicht fallend
DSDS RTL 1,83 Mio. (Finale) Stark fallend

GNTM hält sich bei der jungen Zielgruppe bemerkenswert stabil – 22,4 Prozent Marktanteil im Finale 2025 ist ein neuer Staffelrekord. Der Unterschied: Heidi Klum passt das Format ständig an, öffnet es für diverse Teilnehmer, bleibt relevant.

DSDS dagegen wirkt wie eingefroren in den 2000ern. Dasselbe Konzept, dieselben Abläufe, dieselben Sprüche. Nur die Zuschauer sind weg.


Ist DSDS noch zu retten?

Die ehrliche Antwort: wahrscheinlich nicht.

RTL könnte radikale Änderungen vornehmen. Neues Jury-Konzept, neuer Sendeplatz, neuer Name. Aber dann wäre es kein DSDS mehr.

Das Format ist ein Produkt seiner Zeit. Es passte perfekt in die 2000er Jahre, als lineare Samstagabend-Unterhaltung funktionierte und Castingshows neu waren. Diese Zeit ist vorbei.

Andere Sender haben ähnliche Formate eingestellt. „Popstars" ist seit Jahren Geschichte. „X Factor" kam und ging. Nur DSDS hält sich – mit immer schlechteren Zahlen.


Was RTL jetzt tun kann

Zwei Optionen sind denkbar.

Option 1: Weitermachen und Erosion akzeptieren. DSDS läuft weiter, die Quoten sinken weiter, irgendwann wird eingestellt. Das ist kein strategischer Plan, aber Realität bei vielen auslaufenden Formaten.

Option 2: Radikaler Reboot. Komplett neues Konzept, neuer Name, neuer Sendeplatz. Vielleicht als Streaming-Format auf RTL+ mit kürzeren Folgen und stärkerem Social-Media-Fokus. Ob das funktioniert? Ungewiss.

Die wahrscheinlichste Entwicklung: RTL macht 2026 noch eine Staffel, prüft die Zahlen, entscheidet dann. Das Sentiment ist aber klar – DSDS hat seine beste Zeit lange hinter sich.


Fazit: Das Ende einer Ära

1,83 Millionen Zuschauer für ein DSDS-Finale. In den 2000ern hätte man das für unmöglich gehalten.

Die Castingshow, die einst Rekorde brach und echte Karrieren startete, ist zur Randnotiz geworden. Die Gründe sind vielfältig – Streaming, Genre-Müdigkeit, fehlende Anpassung. Das Ergebnis ist eindeutig.

DSDS 2025 war nicht nur die schwächste Staffel aller Zeiten. Es war vermutlich der Anfang vom Ende.


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