ESC 2025 in Basel: Rekordquoten bei jungen Zuschauern
Der Eurovision Song Contest bleibt ein Phänomen. Während andere TV-Events an Reichweite verlieren, legte der ESC 2025 in Basel zu.
9,48 Millionen Zuschauer verfolgten das Finale in der ARD. Der Marktanteil beim Gesamtpublikum lag bei beachtlichen 43,8 Prozent. Noch beeindruckender: In der Zielgruppe 14-49 erreichte die Show über 60 Prozent Marktanteil – der beste Wert seit 2016.
Der ESC ist quicklebendig.
Die Zahlen im Überblick
| Kennzahl | Wert |
| Zuschauer Finale | 9,48 Mio. |
| Marktanteil Gesamt | 43,8% |
| Marktanteil 14-49 | ~60% |
| Vergleich Vorjahr | Leicht gestiegen |
| Bester Wert seit | 2016 |
Das Finale in Basel profitierte von mehreren Faktoren: ein starker deutscher Beitrag, eine spektakuläre Show, und – überraschend – ein positiver Raab-Effekt durch den Vorentscheid.
Der deutsche Vorentscheid als Quoten-Turbo
Anders als bei seinen regulären Shows funktionierte Stefan Raab beim ESC-Vorentscheid „Chefsache" hervorragend. 3,55 Millionen Zuschauer, 26,4 Prozent Marktanteil bei den 14-49-Jährigen.
Raab agierte hier nicht als Alleinunterhalter, sondern als Produzent und Mentor. Er suchte den deutschen Kandidaten aus, begleitete die Vorbereitung, trat aber in den Hintergrund. Das Rampenlicht gehörte der Musik.
Diese Konstellation funktionierte. Die Zuschauer bekamen das Gefühl, an etwas Besonderem teilzuhaben – nicht an einer One-Man-Show, sondern an einem echten Event.
Warum der ESC noch funktioniert
Der Eurovision Song Contest ist eines der wenigen TV-Formate, das von Generation zu Generation weitergegeben wird. Eltern schauen mit Kindern, Großeltern mit Enkeln. Es ist ein gemeinsames Erlebnis, das über Altersgrenzen hinweg funktioniert.
Dazu kommt die Event-Komponente. Der ESC findet einmal im Jahr statt. Keine wöchentliche Show, kein Dauerbrenner, sondern ein singuläres Ereignis. Das erzeugt Dringlichkeit – wer nicht einschaltet, verpasst etwas.
Die internationale Dimension hilft ebenfalls. Der ESC ist nicht nur deutsches Fernsehen, sondern europäisches. Die Voting-Dramatik, die politischen Untertöne, die musikalische Vielfalt – all das macht den Wettbewerb einzigartig.
Basel als Gastgeber
Die Schweiz als Ausrichter brachte eigene Reize mit. Die Show war technisch brillant, die Location in Basel bot beeindruckende Bilder. Die deutschsprachige Nähe machte die Übertragung zugänglicher als bei Austragungen in Stockholm oder Tel Aviv.
Die Zeitzone stimmte, die Moderation war verständlich, das Gefühl von Heimspiel – obwohl Deutschland nur Gast war – half der Quote.
Der Vergleich mit anderen Events
Im Ranking der quotenstärksten Sendungen 2025 landete der ESC auf einem respektablen Platz:
| Sendung | Zuschauer | MA |
| Frauen-EM Halbfinale | 14,26 Mio. | 57,6% |
| TV-Duell Scholz/Merz | ~12,9 Mio. | 41,2% |
| Tatort Münster | 12,51 Mio. | 42,5% |
| ESC Finale Basel | 9,48 Mio. | 43,8% |
Der ESC liegt hinter den Mega-Events, aber vor den meisten regulären Formaten. Für eine Musikshow am späten Samstagabend ist das bemerkenswert.
Was das für die Zukunft bedeutet
Der ESC hat bewiesen, dass er nicht an Relevanz verliert. Im Gegenteil: Bei der jungen Zielgruppe wachsen die Marktanteile.
Für die ARD ist das eine wichtige Erkenntnis. Der ESC rechtfertigt weiterhin die erheblichen Kosten für Produktion und Teilnahme. Die Quote stimmt, die Demografie stimmt, das Event funktioniert.
Die nächsten Jahre werden zeigen, ob sich dieser Trend fortsetzt. Der ESC 2026 in einem noch nicht bestimmten Gastgeberland wird der nächste Test. Wenn die Zahlen stabil bleiben, ist der Wettbewerb auf Jahre hinaus gesichert.
Fazit: Der ESC lebt
9,48 Millionen Zuschauer. 60 Prozent Marktanteil bei den Jungen. Der beste Wert seit neun Jahren.
Der Eurovision Song Contest 2025 war ein Erfolg – für die ARD, für den Wettbewerb, für das lineare Fernsehen insgesamt. In einer Zeit, in der viele Events Zuschauer verlieren, wächst der ESC gegen den Trend.
Das Format ist zeitlos, die Marke stark, das Event einzigartig. Solange diese Faktoren stimmen, wird der ESC auch in den kommenden Jahren Millionen vor die Bildschirme locken.



