Frauen-EM 2025: Rekordzahlen beim Halbfinale gegen Spanien
14,26 Millionen Zuschauer. 57,6 Prozent Marktanteil. Das Halbfinale der Frauen-EM zwischen Deutschland und Spanien war die meistgesehene Sendung des Jahres 2025.
Mehr Menschen als beim TV-Duell Scholz gegen Merz. Mehr als beim Münster-Tatort. Mehr als bei jedem anderen Event des Jahres.
Frauenfußball ist nicht mehr Nische. Er ist Mainstream.
Die Zahlen der Frauen-EM in der Schweiz
Das Turnier in der Schweiz lieferte der ARD und dem ZDF Traumquoten. Die deutschen Spiele übertrafen alle Erwartungen.
| Spiel | Sender | Zuschauer | Marktanteil |
| Halbfinale: Deutschland – Spanien | ARD | 14,26 Mio. | 57,6% |
| Viertelfinale: Frankreich – Deutschland | ZDF | 10,92 Mio. | 51,7% |
| Gruppenphase (Durchschnitt) | ARD/ZDF | ~8 Mio. | 40-45% |
Die FAZ sprach von einem „Straßenfeger" – ein Begriff, der sonst WM-Endspielen der Männer vorbehalten ist.
Zum Vergleich: Das beste Länderspiel der Männer 2025 – Deutschland gegen Portugal in der Nations League – erreichte 9,99 Millionen bei 44,1 Prozent. Die Frauen haben die Männer überholt. Nur der Münster-Tatort und der ESC in Basel spielen quotentechnisch in einer ähnlichen Liga.
Warum der Frauenfußball explodiert
Der Erfolg kommt nicht aus dem Nichts. Die Entwicklung begann mit der Heim-EM 2022 in England, als Deutschland das Finale vor über 17 Millionen Zuschauern verlor. Danach ging es nur nach oben.
Die Gründe sind vielfältig:
Bessere Spielerinnen, besseres Produkt
Die Professionalisierung der letzten Jahre zeigt Wirkung. Die Spielerinnen sind fitter, technisch stärker, taktisch ausgereifter. Das Spiel ist schneller geworden.
Mehr Sendezeit, mehr Sichtbarkeit
ARD und ZDF übertragen die großen Turniere im Hauptprogramm, nicht mehr versteckt auf Spartensendern. Wer einschaltet, sieht Qualität – und bleibt dran.
Emotionale Bindung
Die DFB-Frauen sind nahbarer als die Millionäre der Männer-Nationalmannschaft. Spielerinnen wie Alexandra Popp oder Lena Oberdorf werden als Identifikationsfiguren wahrgenommen, nicht als abgehobene Stars.
Eine andere Zuschauerstruktur
Die Daten zur Zuschauerstruktur zeigen einen interessanten Trend: Das Publikum bei Frauen-Länderspielen ist jünger und weiblicher als beim Männerfußball.
Für Werbekunden ist das Gold wert. Die klassische Fußball-Zielgruppe – Männer über 40 – ist für viele Produkte weniger relevant als jüngere, kaufkräftige Zuschauer. Die Frauen-EM liefert genau diese Demografie.
Das erklärt auch, warum Sender und Sponsoren so aggressiv in den Frauenfußball investieren. Es geht nicht nur um Quote, sondern um die richtige Quote.
Der Weg zum Finale – und warum es nicht reichte
Das Halbfinale gegen Spanien endete 1:2 nach Verlängerung. Deutschland schied aus, die Quoten-Story war trotzdem ein Erfolg.
Das Turnier zeigte: Die DFB-Frauen können ein ganzes Land vor den Fernseher holen. Ob Gruppenphase oder K.o.-Runde – die Zahlen blieben konstant hoch. Selbst ein Ausscheiden im Halbfinale ändert nichts daran, dass Frauenfußball 2025 endgültig in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist.
Die nächste große Bühne: die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles. Wenn die Entwicklung so weitergeht, könnten die Quoten noch einmal steigen.
Was das für den deutschen Fußball bedeutet
Die Frauen-EM hat einen Paradigmenwechsel eingeleitet. Frauenfußball ist kein Lückenfüller mehr zwischen Männer-Turnieren. Er ist eigenständig relevant – mit eigenem Publikum, eigenen Stars, eigener Dynamik.
Für ARD und ZDF sind die Übertragungsrechte jetzt strategisch wichtiger als je zuvor. Die Frauen-Bundesliga, bisher ein Nischenprodukt, könnte davon profitieren. Mehr Aufmerksamkeit, mehr Sponsoren, mehr Geld im System.
Der DFB hat verstanden, dass hier Potenzial liegt. Die Investitionen in Infrastruktur und Nachwuchsförderung steigen. Die Gehälter der Spielerinnen auch – wenn auch noch weit entfernt von den Männern.
Fazit: 2025 war das Jahr des Frauenfußballs
14,26 Millionen Zuschauer für ein Halbfinale. 57,6 Prozent Marktanteil. Das sind keine Zahlen, die man ignorieren kann.
Der Frauenfußball hat bewiesen, dass er Mainstream-Publikum binden kann – nicht als Kuriosität, sondern als echtes Sportereignis. Die Frage ist nicht mehr, ob Frauenfußball funktioniert. Die Frage ist, wie weit er noch wachsen kann.
Wenn die Entwicklung der letzten Jahre anhält, könnte die WM 2027 in Brasilien noch größere Quoten bringen. Die Infrastruktur ist da, das Publikum auch. Jetzt müssen die sportlichen Ergebnisse stimmen.



