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Stefan Raab 2025: Vom gefeierten Comeback zum Quoten-Desaster

Autor: Quotenblogger

18 Jun 2025


Stefan Raab

Es sollte die große Rückkehr werden. Stefan Raab, Deutschlands erfolgreichster TV-Entertainer der 2000er, kehrt zurück. RTL investiert Millionen, sichert sich Exklusivrechte, baut ein ganzes Programm um den 58-Jährigen herum.

Das Ergebnis? Ein Quotenabsturz, wie ihn die deutsche TV-Geschichte selten gesehen hat.

Von 1,59 Millionen Zuschauern im Februar auf 570.000 im Dezember. Von 15,5 Prozent Marktanteil auf unter 6 Prozent. Der TV-Jahresrückblick von Wunschliste.de dokumentiert das Scheitern in allen Details.

Was ist passiert?


Die Chronologie des Absturzes

Alles begann vielversprechend. Der Boxkampf gegen Regina Halmich im September 2024 war ein Event. Millionen schauten zu, RTL feierte, die Erwartungen waren gigantisch.

Dann kam 2025.

Show Startquote Endquote Ergebnis
Du gewinnst hier nicht die Million 1,59 Mio. (15,5%) 720.000 (8,6%) Eingestellt (Juni)
Die Stefan Raab Show 1,08 Mio. (14,4%) 570.000 (<6%) Abstürzt
Chefsache ESC 2025 3,55 Mio. (26,4%) Einziger Erfolg

„Du gewinnst hier nicht die Million" sollte das Streaming-Angebot RTL+ pushen. Ursprünglich exklusiv dort geplant, wanderte die Show im Februar ins lineare Hauptprogramm. Ein Zeichen, dass die Streaming-Zahlen nicht stimmten.

Der lineare Start war solide, kein Kracher. Dann begann der Niedergang. Woche für Woche weniger Zuschauer. Im Juni zog RTL die Reißleine.


Der zweite Versuch: Noch schneller gescheitert

Im September 2025 startete „Die Stefan Raab Show". Der Name versprach: Hier bekommt ihr Raab pur. Das Problem: Genau das wollte das Publikum offenbar nicht mehr.

1,08 Millionen zum Auftakt. Wenige Wochen später: 660.000. Im Dezember unter 600.000. Der Absturz verlief noch schneller als bei der ersten Show.

RTL hielt trotzdem am Sendeplatz fest. Die Verträge waren unterschrieben, die Investitionen getätigt. Aber jeder konnte sehen, dass das Experiment gescheitert war.


Warum Raab nicht mehr funktioniert

Die Erklärung ist unbequem, aber einfach: Stefan Raab ist ein Star der 2000er Jahre. Sein Humor, seine Selbstinszenierung, sein ganzer Stil – das alles gehört in eine andere Ära.

Vor 15 Jahren war Raabs ironische Überheblichkeit neu. Er verspottete das Fernsehen von innen heraus, brach Regeln, überraschte. Das war revolutionär.

2025 wirkt dasselbe deplatziert. Die selbstreferenzielle Comedy, die endlosen Späße über das eigene Comeback, die Annahme, dass allein seine Anwesenheit Quote generiert – das trägt nicht mehr.

Hinzu kommt: Die Gen Z kennt Raab kaum. Für die unter 25-Jährigen ist er bestenfalls eine vage Erinnerung an YouTube-Clips. Keine lebende Legende, kein Must-See.


Der einzige Lichtblick: ESC-Vorentscheid

Inmitten des Desasters gab es einen Erfolg: „Chefsache ESC 2025".

Der Vorentscheid zum Eurovision Song Contest erreichte 3,55 Millionen Zuschauer bei 26,4 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe 14-49. Das waren echte Event-Zahlen.

Der Unterschied? Bei „Chefsache" stand Raab nicht alleine im Mittelpunkt. Er war Produzent, Mentor, Hintergrund-Strippenzieher. Die Bühne gehörte den Kandidaten und ihrer Musik. Das ESC-Finale selbst erreichte dann 9,48 Millionen – der beste Wert bei jungen Zuschauern seit 2016.

Das zeigt: Raab kann noch funktionieren – aber nicht als Solo-Entertainer im Rampenlicht. Seine Stärke liegt hinter den Kulissen, in der Konzeption, in der Produktion. Nicht mehr vor der Kamera.


Was bleibt von Raabs Erbe?

Stefan Raab hat das deutsche Fernsehen geprägt wie kaum ein anderer. „TV total", „Schlag den Raab", „Wok-WM", der Bundesvision Song Contest – die Liste seiner Innovationen ist lang.

Dieses Erbe bleibt. Raab hat bewiesen, dass deutsches Entertainment international konkurrenzfähig sein kann. Er hat Formate erfunden, die weltweit verkauft wurden.

Aber seine Zeit als Quotengarant ist vorbei. 2025 hat das schmerzhaft deutlich gemacht. Die Mechanismen, die vor 15 Jahren funktionierten, greifen nicht mehr.


Wie geht es weiter?

Die Verträge mit RTL laufen. Ob es 2026 weitere Raab-Shows geben wird, ist unklar. Die Zahlen sprechen dagegen. RTL kann es sich nicht leisten, weiter in Formate zu investieren, die niemand sehen will.

Wahrscheinlicher ist, dass Raab stärker in der Produktion arbeitet. Der ESC-Vorentscheid hat gezeigt, dass er dort noch Erfolge feiern kann. Vielleicht entwickelt er neue Formate für andere Moderatoren. Vielleicht zieht er sich ganz zurück.

Eines ist sicher: Der Stefan Raab, den das Publikum in den 2000ern liebte, kommt nicht zurück. Nicht weil er sich verändert hat – sondern weil das Publikum es getan hat.


Fazit: Ende einer Ära

Stefan Raabs Comeback 2025 wird als warnendes Beispiel in die TV-Geschichte eingehen. Nostalgie allein reicht nicht. Große Namen garantieren keine Quote. Die Sehgewohnheiten ändern sich, und wer das ignoriert, scheitert.

Von 1,59 Millionen auf 570.000 – brutaler kann man das nicht zusammenfassen.

Raabs Erbe als TV-Innovator bleibt. Seine Zukunft als Entertainer vor der Kamera ist fraglich. Der Mann, der einmal das deutsche Fernsehen dominierte, muss akzeptieren, dass diese Zeit vorbei ist. Kai Pflaume hat Raab als Quiz-König längst abgelöst.


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